Weihnachten spielt sich bei Hans Gysin mitten im Leben ab: in der Sprache der Menschen, in ihrer Armut und ihrer Hoffnung, in einfachen Häusern und im bäuerlichen Alltag des Oberbaselbiets.
Hans Gysin – der Dichterbauer aus Oltingen
Hans Gysin wurde 1882 in Oltingen geboren und wuchs auf dem Bauerngut «Sandgrube» auf. Im Dorf kannte man ihn unter dem Namen «Metzger Hans». Dieser Dorfname führt leicht in die Irre: Hans Gysin war von Beruf Bauer.
Er schrieb über jene Welt, die er selbst kannte: über das bäuerliche Leben, die Natur, die Posamenter, den Glauben und die Menschen seiner Heimat. Seine Texte verbinden genaue Beobachtung mit feinem Humor und einer tiefen Vertrautheit mit dem Oberbaselbiet.
Hans Gysin schrieb Gedichte, Erzählungen und dramatische Szenen in Schriftsprache und Mundart. Besonders geprägt wurde sein Werk durch die unverwechselbare Mundart der Schafmattdörfer Anwil, Oltingen und Wenslingen. In ihr werden seine Figuren unmittelbar hörbar – mit ihrer Bodenständigkeit, ihren Zweifeln, ihrem Glauben und ihrer Hoffnung.
Weihnachten in der Welt von Hans Gysin
«Wienecht i dr Choolhütte»
Hans Gysin erzählt von einer jenischen Familie, die in einer einfachen Hütte bei einer ehemaligen Köhlerei lebt. Die Frau erwartet ein Kind. Ihr Mann macht sich auf den Weg zum Dorfpfarrer und bittet ihn, das Kind zu taufen.
Schliesslich verbringt der Pfarrer gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern die Heilige Nacht in der «Choolhütte». In der Begegnung verschiedener Lebenswelten wird der eigentliche Kern der Weihnachtsbotschaft spürbar.
«Chrippespiil»
In seinem «Chrippespiil» bringt Hans Gysin die Weihnachtsgeschichte in die Mundart der Schafmattdörfer Anwil, Oltingen und Wenslingen. Maria und Josef, Hirten und Engel erhalten durch seine Sprache eine unmittelbare, menschliche Nähe.
Das bislang ungespielte Werk wird als szenische Lesung aufgeführt. Stimmen, Blicke, Rhythmus und wenige Bewegungen lassen die Bilder in der Vorstellung des Publikums entstehen.
Die Sprache und die Texte stehen im Mittelpunkt
Die Form der szenischen Lesung rückt Hans Gysins Sprache ins Zentrum. Die Mitwirkenden arbeiten mit Stimme, Blick, Rhythmus und zurückhaltender Bewegung. So entsteht ein lebendiger Abend, bei dem die literarischen Texte ihre ganze Wirkung entfalten können.
Willy Kenz gestaltet die musikalischen Übergänge an der Orgel und begleitet die gemeinsam gesungenen Weihnachtslieder. Literatur und Musik verbinden sich zu einem Abend, der die Weihnachtsbotschaft in der Sprach- und Lebenswelt des Oberbaselbiets erfahrbar macht.
Die Mitwirkenden
Lesung
Lorenz Degen
«Wienecht i dr Choolhütte»
Szenische Lesung
Ensemble «Hyazinth»
Hans Gysins «Chrippespiil»
Orgel und Musik
Willy Kenz
Orgelmusik und Weihnachtslieder
Begrüssung und Ansager
Thomas Schweizer
Präsident der LGBL
Projektleitung und Regie
Hanspeter Gautschin
Initiant und Regiefassung
Wenn die Mundart der Schafmattdörfer Weihnachten erzählt
Hans Gysin bringt die Weihnachtsgeschichte in eine vertraute Welt. Seine Figuren sprechen in der Mundart der Schafmattdörfer Anwil, Oltingen und Wenslingen. Sie suchen einen Platz, begegnen einander mit offenen und verschlossenen Herzen und tragen ihre Hoffnungen durch eine kalte Winternacht.
Gerade diese Mundart schafft eine besondere Nähe. Die vertraute Geschichte von Maria und Josef, den Hirten und Engeln erhält einen Klang, der aus Gysins eigener Lebenswelt stammt. In seiner Sprache wird die Heimat hörbar – ihre Menschen, ihre Landschaft, ihr Humor und ihre Art, Geschichten weiterzugeben.
Zwei besondere Weihnachtsabende
Eintritt frei · Kollekte
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Eine Veranstaltung der
Literarischen Gesellschaft Baselland
