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Gemütliche Kaffeerunde zum 152. Geburtstag von Gertrud Pfander

Mit einer gemütlichen Kaffeerunde wird am Freitag, 1. Mai 2026, an die Basler Dichterin Gertrud Pfander erinnert, die an diesem Tag ihren 152. Geburtstag hätte feiern können. Lorenz Degen erzählt aus dem traurigen Leben der früh verstorbenen Autorin, die sich selbst «Strudel» nannte. Die Veranstaltung findet von 10.30 bis 12.00 Uhr im Café Hugenin am Barfüsserplatz in Basel statt.

Gertrud Pfander wurde am 1. Mai 1874 in Basel geboren und starb bereits am 9. November 1898 in Davos. Sie hinterliess ein schmales, aber eindrückliches lyrisches Werk. Ihre Gedichte kreisen um persönliche Not, unerfüllte Liebe, Sehnsucht, Krankheit und die Erfahrung eines frühen Lebensabbruchs. Gerade diese Verbindung aus schlichter Form und existenzieller Dringlichkeit verleiht ihrer Dichtung bis heute eine besondere Eindringlichkeit.

Pfanders Leben war von Ausgrenzung und Unsicherheit geprägt. Als unehelich geborenes Kind hatte sie schon früh mit schwierigen Umständen zu kämpfen. Später arbeitete sie unter anderem als Telefonistin und fand allmählich zu einer eigenen Stimme, ehe ihre Tuberkulose-Erkrankung alle Hoffnungen und Lebenspläne überschattete. Ihre Texte wurden für sie zu einem Ort des Trostes, aber auch zu einer Möglichkeit, Schmerz, Liebe und innere Unruhe in Sprache zu verwandeln.

Bekannt sind insbesondere Gedichte aus der Sammlung «Passifloren» sowie die später unter dem Titel «Helldunkel» veröffentlichten Texte. Besonders eindrücklich sind die Totengedichte des Zyklus «Heimgang», die sie dem Bildhauer Abraham Graf widmete. Weniger die formale Vollendung als die Unmittelbarkeit und Offenheit ihres Sprechens machen Gertrud Pfanders Lyrik bemerkenswert.

Ein Vers aus ihrem Spätwerk mag dies exemplarisch zeigen:
«Ich wollte weisse Adler senden / Und liess ein Schwalbenpärchen raus. / Ich wollte mächtige Worte wenden, / Ich wollte weisse Lilien spenden, / Und nun ist’s nur ein Heidestrauss.»

Die Kaffeerunde mit Lorenz Degen lädt dazu ein, Leben und Werk dieser heute wenig bekannten, aber eindrucksvollen Basler Dichterin neu zu entdecken.

Um Anmeldung wird gebeten: tomswiss@bluewin.ch (Konsumation auf eigene Kosten).